Geh mal öfter schaukeln!

Schwingen für die Seele - nicht nur Klangschwingungen 

Schaukeln macht gesund, glücklich und natürlich großen Spaß!
Die positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele belegen sogar Psychologie und Medizin!

Neun Monate lang wurden wir als Baby sanft im Mutterleib geschaukelt.

Jede Bewegung, jedes Zappeln von Ärmchen und Beinchen, sogar das Atmen, brachte das Fruchtwasser in Bewegung und wir konnten uns in einem Zustand entspannter Glückseligkeit und in Sicherheit "wiegen".
Das erklärt, warum das Schaukeln so natürlich und entspannend für uns ist!

Instinktiv schuckeln wir das Baby im Arm, wenn es weint (der Begriff "Schaukel" geht übrigens auf das Wort "schuckeln" zurück).

Wenn wir jemanden trösten wollen, wiegen wir ihn im Arm (vom althochdeutschen "wiga": das sich Bewegende, das Schaukelnde, das Schwingende).
Das Schaukeln, ob in den Armen oder in der Babywiege, erinnert das Baby an die sanften Bewegungen, das es im Mutterleib gespürt hat, und hat daher meist eine sofort beruhigende Wirkung.
Und auch wir Erwachsenen genießen es, wenn wir im Schaukelstuhl oder auf der Hollywoodschaukel sitzen oder in der Hängematte liegen.

Aber auch Schaukeln auf einer klassischen Schaukel auf dem Spielplatz oder im Garten tut uns gut - und man ist nie zu alt dafür! Ich erzähle dir, warum …

"Schwing dich aus allem heraus, was dich beengt." (Bettina von Arnim)

Beim Schaukeln werden Endorphine, also Glückshormone ausgeschüttet, Stresshormone dagegen verringert. Das trägt zum Entspannen bei, wir bauen Stress ab, werden ruhiger, fühlen uns sicher und geborgen. Endorphine verringern sogar das Schmerzempfinden. 
Studien belegen, dass das Schaukeln sogar Depression und Angst reduzieren kann.
Besonders regelmäßiges Schaukeln macht fröhlicher und ausgeglichener.

 

Das Vor- und Zurück-Schaukeln erzeugt eine rhythmische Bewegung. Diese Bewegung erinnert uns oft an die beruhigende Wiegebewegung, die wir als Babys erfahren haben und die uns ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Daneben hilft sanftes Schaukeln beim Einschlafen und ist förderlich für die Schlafqualität - auch bei Erwachsenen. Das haben Forscher im Schlaflabor nachgewiesen. Das Bild, dass man im Schaukelstuhl einnickt, kommt somit nicht von ungefähr. 

Schaukeln ist aber nicht nur beruhigend - es ist eine easy Fitness-Übung für den ganzen Körper!
Das Schwungholen und Abbremsen erfordert das Anspannen und Entspannen sowie Koordinieren sämtlicher Muskelgruppen vom Hals über den Rumpf bis in die Beine! Damit fördert es den gesamten Bewegungsapparat und die Motorik. Und auch die Körperhaltung kann bei regelmäßigem Schaukeln verbessert werden!

 

Die Bewegung beim Schaukeln fördert das Gefühl für den eigenen Körper, der Gleichgewichtssinn wird trainiert, die Entwicklung und Verbesserung von Balance und Koordination wird gefördert, was im Alltag nützlich sein kann.

Bei aktivem Schaukeln bleibt der Oberkörper aufgerichtet und das Atmen fällt deutlich leichter. Das wiederum verbessert die Sauerstoffversorgung und das Herz-Kreislauf-System kommt in Schwung - Konzentration und Lernfähigkeit steigen an.

 

Schaukeln soll sogar durch den steten Wechsel von Wirkung der Schwerkraft und Entlastung das Knochenwachstum unterstützten. 

"Hol ordentlich Schwung auf der Schaukel des Lebens, genieße das Kribbeln im Bauch und betrachte jedes Tief nur als Etappe auf dem Weg nach oben. Dorthin, wo die schönste Aussicht ist." (Jochen Mariss)

Schaukeln aus dem späten 18. Jhd. im Park von Schloss Ludwigsburg - sie dienten wohl zur "Belustigung" der königlichen Gäste :-)

Was wir vom Schaukeln fürs Leben lernen können

von Wilhelm Schmid, Philosoph

Das Schaukeln ist eine Metapher für das Leben an sich: Aufsteigen, losschaukeln, hochfliegen und abstürzen, durchhängen, das sich wieder anschubsen lassen und am Ende gekonnt absteigen. 


Beim Schaukeln geht es hin und her, auf und ab. Wer schaukelt, versteht das Leben besser.

Wir wollen ausprobieren, wie hoch wir kommen können, was unweigerlich zu Turbulenzen führen kann. Indem die Schaukel aus der Fassung gerät, lernen wir, dass wir es nicht maßlos übertreiben sollten. Umgekehrt sollten wir es aber auch nicht völlig untertreiben, da wir sonst keine Lust am Leben mehr empfinden könnten.

Welches Maß für mich genügt, weiß ich aber nicht theoretisch, sondern nur aus der Erfahrung und durch Übung. Indem ich schaukle, mal zu viel und mal zu wenig, pendelt sich das richtige Maß für mich ein.

Auch zwei Menschen können sich enorm in Schwung bringen. Der geliebte Mensch, der mir Schwung gibt, wenn ich etwas durchhänge, ist eine wunderbare Sache. Auch ich kann anderen Menschen neuen Schwung verleihen und so helfen wir uns wechselseitig.

Das Schaukeln auf einer realen Schaukel ist ein echtes Hinausschaukeln aus dem Alltag und wir kommen ein bisschen verändert wieder zurück. Es sind Minuten der Muße, die auch unsere Gedanken wieder zum Fließen bringen, und die Kreativität kehrt zurück!

Quellen:

https://www.swr.de/leben/gesundheit/schaukeln-glueck-gesundheit-psychologie-wirkung-100.html

https://www.philomag.de/artikel/was-koennen-wir-vom-schaukeln-lernen-herr-schmid